Aktuelle Berichte

Die Volkstanzgruppe Gemünden feiert - 50 JAHRE -

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Am Sonntag, 27. September 2009 feiert die Volkstanzgruppe Gemünden im Rahmen eines Festgottesdienstes ihr 50jähriges Bestehen sowie
20 Jahre Jugendgruppe und 20 Jahre Fahnenweihe.
Die Feierlichkeiten sind wie folgt geplant:

10.00 Uhr Treffen zur Kirchenparade an der „Alten Apotheke“ in Gemünden
10.15 Uhr Kirchenparade mit der Fischertrachtenkapelle von der
„Alten Apotheke" zur Stadtpfarrkirche
10.30 Uhr Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul
ca. 11.30 Uhr Tanz auf dem Marktplatz
ca. 12.00 Uhr Stehempfang und Ehrungen im Pfarrsaal von St. Peter und Paul mit Ausstellung „50 Jahre Volkstanzgruppe Gemünden“

Hierzu sind alle aktiven, passiven und vor allem auch ehemalige Volkstänzer und Volkstänzerinnen recht herzlich eingeladen.
Wir freuen uns sehr, Euch alle wieder einmal zu sehen.

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Jubiläumsfahrt nach Regensburg

Im Zuge der Vorbereitung zum 50jährigen Bestehen der Volkstanzgruppe Gemünden beschloss man im Jahr 2009 nicht an der Europeade der Volkstanzgruppen, die dieses Jahr in Kleipeda/Litauen stattfindet, teilzunehmen. Die Jahresfahrt wurde nach Regensburg geplant, um dort am Programm des Bürgerfestes mitzuwirken.

Freitagnachmittag wurden die Trachten, Musikinstrumente, Schilder und sonst notwendigen Utensilien, die für den Auftritt notwendig sind, im Bus verstaut. Mit guter Laune und dem „Volkstanzgruppen-Schlachtruf“ auf den Lippen, trat man die Reise nach Regensburg an. Dort angekommen, traf man sich zu einem gemeinsamen Abendessen in der Jugendherberge, dessen Koch mit freundlichen aber klaren Worten genaue Anweisungen zum Ablauf der Tischkantinenregeln gab, die natürlich von allen beherzigt wurden. Danach strömten alle aus, um das Bürgerfest zu besuchen. Unzählige Stände mit allerlei Delikatessen ließen vergessen, dass man gerade erst zu Abend gegessen hatte. An der Historischen Wurstküche – mit der Semmel, gefüllt mit „Sechs auf Kraut“ führt kein Weg vorbei. Es gibt Stimmen die behaupten, wer nicht in der „Wurstkuchl“ war, ist nicht in Regensburg gewesen. Dazu einen kräftigen Schluck aus der Mass und die Welt ist in Ordnung. Das Bürgerfest war sehr gut besucht und so kam es, dass man sich aus den Augen verlor, und in kleineren Gruppen je nach Geschmack und Laune den Abend verbrachte.

Auffällig war, dass sowohl Damen als auch Herren mit aufwendig geschmückten Hüten unterwegs waren. Neugierig geworden, informierte man sich, ob da vielleicht ein Brauch dahinter steckt und erfuhr, dass das Diakonische Werk Regensburg diesen fantasievollen Kopfschmuck selbst kreiert und den Erlös einem guten Zweck zukommen lässt. Da wollte man natürlich auch helfen und man machte sich auf dem Weg, um so ein aufgepepptes Exemplar zu ergattern. Um den Hutstand war reges Treiben und selbst wer nicht im Traum daran gedacht hatte, verlies wohl behütet den Stand. Mit Gelächter und glücklich über das erstandene Prachtstück setzte man seinen Weg über das Stadtfest fort. Natürlich war man jetzt bewunderten, aber auch kritischen Blicken ausgesetzt.

Am nächsten Morgen traf man sich nach dem gemeinsamen Frühstück zu einer Stadtführung, die von der Jugendherberge an der Donau entlang in die Innenstadt führte. Die mittelalterliche Altstadt von Regensburg ist im 2. Weltkrieg weitgehend verschont geblieben und daher heute die einzige erhaltene mittelalterliche Grosstadt Deutschlands. Sie ist heute noch als vollständiger mittelalterlicher Stadtorganismus erlebbar: Öffentliche Gebäude, repräsentative Patrizierburgen mit Türmen und Hauskapellen, einfachen Handwerkerhäusern, Kirchen, Klöstern, engen Gassen und breiten Prachtstraßen.

Nachmittags war eine Schifffahrt geplant, deren Ziel, die Walhalla (nach Walhalla „Halle der Gefallenen“ von 1830 – 1842 von Leo von Klenze erbaut) war. Dort werden seitdem bedeutende Deutsche sowie mit der Geschichte Deutschlands und der deutschsprachigen Völker verbundenen Persönlichkeiten mit Gedenktafeln und Marmorbürsten geehrt.
Nach einem Aufstieg über mehr als 400 Treppenstufen wird man vom Walhallaplateau aus mit einem hervorragenden Ausblick, der von Westen über das Regensburger Donautal bis kurz vor die Nachbarstadt Straubing im Osten reicht, belohnt. Alle Volkstänzer setzten sich zusammen. ließen den Blick in die Ferne schweifen und stimmten den Volkstanz-Schlachtruf an, was ihnen anerkennende Blicke der anderen Besucher einbrachte.
Walhalla
Nach der Rückkehr wurde das angedachte Tanztraining auf den folgenden Tag verlegt. Gleich neben der Anlegestelle des Schiffes, spielte die Gruppe „Cappuccino“ Musik fürs Herz, Ohr und Beine. Nicht nur die Gruppe war ein Hingucker, auch die behüteten Damen der Volkstanzgruppe erregten das Interesse der Öffentlichkeit, selbst die Presse bat um Erlaubnis zu fotografieren.

Später traf man sich im Regensburger Weissbräuhaus, zu einem gemeinsamen Abendessen, wo man schon einmal gemeinsam etwas das 50jährige Bestehen der Gruppe feierte und darauf anstoss. Das Jubiläum selbst wird dann am 28. September 2009 mit einem Festgottesdienst in Gemünden gefeiert, an dem dann alle aktiven, passiven und auch ehemaligen Volkstänzer teilnehmen.
Vom Regensburger Weissbräuhaus aus machte man sich auf den Weg, die dargebotenen Attraktionen des Bürgerfestes zu erkunden. Der Geheimtipp des Abends war die Präsentation „Licht-Blick-Dom“: nach dem Vorbild des französischen ’son et lumiere’ (Ton und Licht) wurde eine multimediale Domführung angeboten, welche mit Ton und Licht, Wort und Musik die Geschichte des Regensburger Doms zeigte. Man gewann einen Einblick in das Werden einer gotischen Kathedrale, von ihren Anfängen bis in die Gegenwart. Die Westseite des Domes diente dazu als bühnenhafte Leinwand. Danach tummelte man sich bis spät in die Nacht in den Strassen und Gassen.

Gruppenbild-vor-der-Jugendherberge
Am Sonntagmorgen hieß es früh aufstehen, Koffer packen, frühstücken und die Tracht anziehen. Man half sich gegenseitig - rasch war die Müdigkeit verschwunden. Jeder nahm seine Position ein. Das Tanztraining war für 9.00 Uhr vor der Jugendherberge angesetzt und so fanden sich rasch Zuschauer ein. Selbst der Küchenchef wurde, wohl durch die Klänge des Akkordeons und der Gitarre, angelockt und schaute mit einem Lächeln im Gesicht dem Treiben zu. „Wo kommt ihr denn her … ah Gemünden am Main!?!“ Eine Gruppe aus Leipzig war auf der Durchreise und an der Darbietung sichtlich erfreut.
Stolz über die Anerkennung marschiert die Truppe an der Donau entlang in Richtung Dom. Die Sonne strahlte und die Farben der Trachten leuchteten das Donauufer aus. Im Dom fand ein Gottesdienst statt, der stimmlich von den Regensburger Domspatzen begleitet wurde. Die Volkstänzer fanden sich fast vollzählig ein, um diesem Auftritt beizuwohnen. Danach traf man sich vor dem Dom um seiner Begeisterung Ausdruck zu geben und dem Chorknaben Anerkennung zu zollen. Aber das größte Highlight stand ja noch bevor: der Auftritt der Volkstanzgruppe Gemünden. Dieser fand am Gutenbergplatz statt. Nach und nach fand man sich dort ein. Neugierig blieben die Passanten stehen, um einen guten Platz zu erwischen. Der halbstündige Auftritt begann und ein bunter Mix aus fränkischen und anderen Tänzen – unter anderem auch der neu einstudierte Meraner Dreier - reihten sich aneinander. Die Gesichter strahlten und der Vorstand der Gruppe, Andreas Fella, setzte beim Ochsentanz seinen ganzen Charme ein, um seinen Nebenbuhlern die Frauen auszuspannen.
Jugendgruppe-in-Regensburg
Die Aufführung der Jugendgruppe lockte wie immer Sonderapplaus hervor. „Schad“ dass sie koane Buam dabei hoam!“ Ja die sind uns leider alle davon gelaufen. Über ein paar große Buam würden wir uns auch freuen. Wir trainieren jeden Freitag um 20.00 Uhr in der Aula der Hauptschule Gemünden. Frauen und Mädchen sind natürlich auch herzlich willkommen. „Ja, wo ist denn Gemünden am Main? Ah, aus Gemünden seid ihr, das kenne ich. Ich habe mal 7 Jahre dort gewohnt.“ So hat die Volkstanzgruppe nicht nur zur Erhaltung des fränkischen Brauchtums beigetragen, sondern auch die Traditionen ihrer Heimat in der Oberpfalz angemessen präsentiert. Mit großem Applaus und zufriedenen Gesichtern endete die Vorstellung. Das wöchentliche Üben und die Mühen der Trainerinnen haben sich wieder einmal bezahlt gemacht. Nun bleib nur noch wenig Zeit bis zur Heimfahrt, die man nutzte, um noch einige kulturelle Eindrücke zu erleben. Die einen besichtigten Schloss Emmeram mit der bedeutenden Klosterkirche, andere die Schnupftabakfabrik oder das Reichstagsmuseum, dass im alten Rathaus untergebracht ist. Die Zeit verging wie im Fluge und man trat die Heimreise an. Wer allerdings dachte er könne sich jetzt bequem zurücklegen und den Fahrkünsten des Busfahrers vertrauen, hatte sich getäuscht. Die Jugend hatte sich was ausgedacht. Man bildete kleinen Gruppen und diesen wurden20 Fragen zu den Sehenswürdigkeiten Regensburgs gestellt. Als Sieger dieses Quiz gingen Hildegard, Christine und Elisabeth hervor. Glückwunsch – gut aufgepasst! Ja die Jugend hat es faustdick hinter den Ohren!
In Gemünden angekommen, zeigte man seine Zufriedenheit über den gelungenen Ausflug. Also, dann bis Freitag zur Probe!

Europeade 2008 - CH-Martigny

Nicht nur die Sonne strahlte, sondern auch die Gesichter der Volkstänzer

Gruppenbild-Martigny
Zur 45. Europeade der Volkstanzgruppen lud dieses Jahr Martigny in dem französischen Teil der Schweiz ein. Die Volkstanzgruppe Gemünden folgte dieser Einladung sehr gerne, da auch viele Gruppen nicht teilnehmen durften, und nahm vom 23. bis 27. Juli 2008 zum 5. Mal an der Europeade teil, deren Teilnehmer alle dieselbe Leidenschaft pflegen: Traditionelles zu bewahren, und über die Grenzen hinaus zu tragen.
Vergangenen Mittwoch, in aller Frühe, trafen sich die Teilnehmer der Volkstanzgruppe Gemünden, um die Reise nach Martigny im schönen Wallis anzutreten. Mit dem Europeade Song auf den Lippen und neugierig auf das zu Erwartende fuhr man in fröhlicher Stimmung dem Austragungsort entgegen.

Martigny ist nach 1981 und 1997 im Jahre 2008 nun bereits zum 3. Mal Gastgeber der Europeade. Die Stadt hat 13 000 Einwohner und liegt an der Rhone. Es waren schon gewaltige Anstrengungen nötig, um die 5400 Teilnehmer unterzubringen – 900 mehr als im letzten Jahr in Dänemark – und trotzdem haben ca. 2000 Personen eine Absage bekommen. So wurden die Teilnehmer auf 22 Städte und Gemeinden verteilt und in Schulen und Sporthallen untergebracht. Als Logistikzentrum diente das Ausstellungs- und Kongresszentrum CERM. Dort angekommen fühlte man schon die Freude auf die folgenden Tage. Man begrüßte sich neugierig und kramte alle Sprachkenntnisse aus, um sich zu verständigen. Die Gemündener waren in einer Turnhalle sehr zentral in Martigny untergebracht. So wurde schnell alles verräumt, um dann sofort auf Erkundungstour gegangen.

Da Martigny Verbindungsstraßen zum Großen Sankt Bernhard Pass und zum Mont Blanc Massiv hat, nutzte die Volkstanzgruppe Gemünden den nächsten freien Tag für einen Ausflug nach Chamonix/Frankreich. Allerdings entschied man sich für die Schiene und bestieg den Mont-Blanc Express, um so langsam von einem Bilderbuch-Panorama begleitet mit der Zahnradbahn dem 1035 m hoch gelegenen Chamonix entgegenzuklettern um von dort dann einen tollen Blick auf den Mont Blanc zu haben. Zufrieden, die beeindruckenden Landschaften des Mont Blanc Massives im Kopf, kehrte die Gruppe am späten Nachmittag zurück, um sich für das Ereignis des Tages, der Eröffnungsfeier der 45. Europeade für Europäische Volkskunst vorzubereiten. Als Veranstaltungsort diente das römische Amphitheater von Martigny. Archäologische Ausgrabungen brachten zahlreiche gallorömische Denkmäler an den Tag, die heute eine beeindruckende Kulisse für Veranstaltungen bieten. Die beeindruckende Kulisse des Theaters gab der Eröffnungsfeier einen würdigen Rahmen. Von einer nicht enden wollenden La-Ola-Welle der Zuschauer eingestimmt, eröffnete die Moderatorin Madame La Blanche das offizielle Programm. Die Europeade-Fahne wurde gehisst und Olivier Dumas, 1. Bürgermeister von Martigny, hielt seine Eröffnungsrede, in der er davon sprach, wie sich das Stadtbild durch die Lebensfreude der Teilnehmer und die Schönheit der verschiedenen Trachten verändert und somit der Stadt ein paar glückliche Tage schenken, die sich tief im Herzen einprägen. So findet in seiner Stadt ein Annähern unterschiedlichster Kulturen statt, denen Martigny offen gegenübersteht und damit seine politische Integration entfaltet: er ruft zu Toleranz und Respekt gegenüber anderen Kulturen auf. Als nächster sprach Pascal Couchepin, Bundespräsident der Schweiz. Er hebt hervor, dass nicht nur ein politisches, sondern auch ein kulturelles Europa entstehen soll. Wie durch Tanz und Musik die unterschiedlichsten Länder miteinander vereint werden. Und er lobt den Einsatz der Bewohner von Martigny, die durch ihre offene Einstellung dieses Fest möglich machten.

Anschließend ergreift Bruno Peeters, Präsident des Europeade, das Wort. Er lobt den Präsidenten der sich als Freund der Europeade zeigt und bedankt sich für die Gastfreundschaft. Er strebt ein Europa der Menschlichkeit und Herzlichkeit an. „Wir wollen uns jeden Tag in Freundschaft und mit Begeisterung treffen.“
Madame La Blanche hebt die Bedeutung der Kinder- und Jugendgruppen hervor und lobt ihr Engagement. Eine gemischte Kindergruppe stellt die Europeadeuhr dar und findet großen Applaus. Das Programm wird von Auftritten verschiedener Volkstanzgruppen geziert. Die Stimmung ist gut und immer wieder hört man den Europeade Song. Und dann wird es still und das Komitee ruft zu einer Gedenkfeier für die Verstorbenen auf, die sich für die Erhaltung der Volkstanzgruppen und der Europeade verdient gemacht haben. Auch der Volkstanzgruppe Gemünden wird es bange um das Herz, denn auch sie haben einen großen Verlust zu beklagen. Drei Abgeordnete – Andreas Fella, 1. Vorstand – Tanja Ebert, 2. Vorstand und Hildegard Pfab, Trainerin der Kinder- und Jugendgruppe legten im Rahmen der Gedenkfeier drei weiße Lilien für den langjährigen Trainer Roland Sommerer nieder der im März dieses Jahres verstarb. Viele Erinnerungen wurden geweckt. Man weiß, dass es im Sinne des Verstorbenen ist, die Volkstanzgruppe Gemünden zu erhalten und die Tradition unseren Nachkommen zu überliefern. Das Programm wurde fortgesetzt. Insgesamt 58 Volkstanzgruppen traten auf. Musikalisch untermalt wurde das Programm von der Folkloregruppe Oberbauerschaft, der Banda Musicale G. Verdi di Sfaranda (Sizilien), der Banda de Gaitas San Martino de Quiroga (Spanien) und dem Alpenchor von Martigny. Alles in allem eine gelungene Veranstaltung. Der Gedanke der Europeade lebt. Und die Teilnehmer verteilten sich anschließend bis spät in die Nacht in ganz Martigny, um ihre Gedanken auszutauschen, zu tanzen und zu lachen.

Der folgende Tag, wie auch schon der Tag zuvor, war von Auftritten der Volkstanzgruppen verteilt über die ganze Stadt bestimmt. Auch die Volkstanzgruppe Gemünden hatte ihre Auftritte, und so machte sie sich bereit, um mit der Europa-, Franken- und Deutschlandfahne bewappnet für ihr Land zu repräsentieren. Natürlich war „Ole“ das Maskottchen des Jahres 2007 auch dabei, begleitet von dem kleinen Bernhardiner Plüschhund „Valais“, dem Gastgeschenk von Martigny, der das Schild der Volkstanzgruppe Gemünden schmückte und so bei den Passanten immer wieder Ausrufe des Entzückens auslöste. Die Tanzeinlagen von strahlendem Sonnenschein umrahmt, kamen beim Publikum gut an. Immer wieder gingen Passanten auf die Gruppe zu um sich miteinander auszutauschen, um das eine oder andere Neue einer fremden Kultur zu entdecken. Auch viele Sympathisanten reisen der Europeade hinterher, weil ihnen dieses Fest der Nationen ohne Vorurteile vieles gibt.
Am späten Nachmittag fand dann der Auftritt der Jugendgruppen statt, zwar von der Moderatorin schon angekündigt, begrüßte die Flötistin der Gemündener, Theresa Fella, das Publikum auf französisch, erklärte ihnen die geografische Lage von Gemünden und lud sie zu den Tänzen ein, was beim Publikum mit tosendem Applaus und großer Anerkennung gewürdigt wurde. Unsere Jugend war die einzige Gruppe, die sich auf diese Art und Weise präsentierte, und man schenkte ihnen viel Aufmerksamkeit.
Abends folge der Europäische Chor- und Musikabend. Dort wurden gewaltige Stimmpotentiale frei, schrille Laute oder tiefes Raunen wechselten sich im Programm ab und gingen so manchem unter die Haut. Draußen in der Stadt lief das Parallelprogramm, dessen Repertoire von einer Big Band über eine Slowenische Rockgruppe bis hin zu Heavy Metall führt, was natürlich für die Jugend eine Alternative bot. Wobei man erwähnen muss, dass auch Jugendliche in ihrer Tracht dem ganzem Spektakel beiwohnten und sich so das alte mit dem Neuen vermischte. Auch die spontanen Aktivitäten der einzelnen Tanzgruppen waren Highlights. So eine junge Gruppe von Siebenbürgern, die in München lebt und mit den fetzigen Rhythmen eines Akkordeons dazu beitrug den Straßenverkehr lahm zu legen. Nachdem einige Gemündener interessiert das Spektakel beobachteten, wurden dies herzlichst in die Siebenbürgische Gruppe integriert und der Musiker wechselte zu Liedern, die dann von beiden Gruppen mitten auf einer Kreuzung getanzt wurden. Obwohl mittlerweile schon tiefe Nacht herrschte, war von Müdigkeit nichts zu spüren.

Der Samstagvormittag wurde genutzt, um die nahe gelegene „Schlucht von Trient“ zu besuchen. Ein eindrucksvolles Zeugnis der Erosionskräfte, die im Laufe der Zeit einen Einschnitt von mehreren hundert Metern bildeten und an dessen Grund ein Gletscherbach dahin tost. Ein Teil der Gruppe besuchte noch die zwei darüber gelegenen Gueuroz Brücken, die zu den höchsten Brücken Europas zählen, während der andere Teil der Gruppe sich für den am Nachmittag stattfindenden Umzug aller Europäischen Volksgemeinschaften einstimmte.

Am Vormittag hatte auch der offizielle Empfang der Gruppendelegierten und der internationalen Presse durch den Präsidenten und Behörden der Stadt Martigny stattgefunden. Geschenke wurde ausgetauscht und ein neues Mitglied in Form des Plüsch-Bernhardiners, genannt „Börnie“, wurde in die Volkstanzgruppe Gemünden aufgenommen. Demnächst stehen also wieder zwei Taufen an. Dann hieß es Aufstellung nehmen für den Umzug. Die Gemündener liefen als 57. von insgesamt 202 Gruppen. Menschen mit strahlenden Gesichtern säumten den Straßenrand und bestaunten die vielen unterschiedlichen Trachten, untermalt von den Klängen der jeweiligen Musikgruppen. Ein besonders Lob zollte der Sprecher des offiziellen Komitees den Gemündenern, als sie an deren Tribüne vorbeimarschierten. Er lobte ihre freundliche Darbietung und brachte zum Ausdruck, dass er sich auf ein Wiedersehen bei der nächsten Europeade freue. Man war glücklich und wurde nicht müde den Leuten am Straßenrand zuzuwinken und ihnen ein Lächeln zu schenken.

Abends wurde zum Europeade-Ball eingeladen, der durch Auftritte der Europeade-Orchester gestaltet wurde. Alternativ dazu lief wieder ein Programm auf den Plätzen der Stadt. So konnte sich jeder, je nach Musikgeschmack, entscheiden, wie und wo er den Abend verbringen will. Spät in der Nacht traf man dann wieder zusammen, um sich über das Erlebte auszutauschen.

Sonntag früh fand ein ökumenischer Gottesdienst mit den Chören und Musikgruppen in der Kirche Saint-Michel au Bourg statt. Man konnte den Vormittag noch nutzen, um einige Sehenswürdigkeiten der Stadt zu besichtigen: das Bernhardiner Museum, die Fondation Pierre Gianadda, die unter Anderem Überreste eines gallorömischen Tempels sowie eine Oldtimer Ausstellung zeigt, die Louis Moret Stiftung (Ausstellung zeitgenössischer Kunst) oder hinauf zum Schloss „La Bâtiaz“ steigen, um von dort aus einen herrlichen Blick auf die Stadt Martigny und das Rhonetal zu haben.

Dann wurde es Ernst. Aufstellung zur Schlussveranstaltung, die im Amphitheater stattfand. Die Gemündener hatten als dritte Gruppe zusammen mit den Alt-Bayreuthern ihren Auftritt. Die Regie gab Anweisungen zum Ablauf des Programms, welches in voller Länge im Schweizer Fernsehen übertragen wurde. Und dann war es soweit: Einmarsch in das Amphitheater unter dem Beifall des Publikums und vollbesetzten Rängen (5000). Die Musikgruppe der Volkstanzgruppe Gemünden spielte auf und die Gruppe präsentierte ihre Tänze.

Tanz-Schlussfeier

Es schloss sich ein Programm an, in dem etwa 100 Gruppen aus allen Ländern Europas unter strahlendem Himmel und eingerahmt von der atemberaubenden Kulisse der Schweizer Berge ihr Bestes gaben. Zum Ende wurde Die Europeade-Fahne eingeholt und an die Bürgermeisterin von Klaipeda/Litauen überreicht. Dort findet im Jahr 2009 die nächste Europeade statt. Nach diesem letzten offiziellen Akt, stürmten alle Teilnehmer in die Arena um eine tanzende Menschenkette zu bilden und so Hand in Hand ein Band von Mensch zu Mensch, von Volk zu Volks zu bilden. Jedes Kulturgut und ist es noch so klein, erhöht den Reichtum unseres volkskulturellen Besitzes und fördert die Verbundenheit. Danke an die Volkstanzgruppe Gemünden, dass sie dazu beigetragen hat.

Bericht von Barbara Madre

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Europeade Horsens 2007

Die Volkstanzgruppe Gemünden war wieder einmal völlig begeistert von der Europeade in Horsens


Die Europeade 2007, ein Kulturfestival der Volkstanz- und Musikgruppen, zu welcher 4 500 Personen zum Tanzen, Singen und Musizieren zusammenkommen, fand dieses Jahr vom 18. – 22. Juli in Horsens/Dänemark statt. Die Volkstanzgruppe Gemünden nahm zum vierten Mal an der Europeade teil und fuhr am Mittwoch früh, noch etwas müde, aber voller Erwartung in Richtung Norden.
Dort angekommen, konnte man schon bei der Anmeldung im Forum in Horsens die Atmosphäre der kommenden Tage spüren. Spontan wurden auf dem Parkplatz Musik- und Tanzeinlagen zum Besten gegeben: … aha, die Spanier und schau mal der kleine Oldtimerbus der Italiener …! Alte Bekannte von anderen Europeaden wurden herzlich begrüßt und dann ging es weiter zum Quartier. Wir waren in einer Schule mit 12 anderen Gruppen zusammen untergebracht. Nach dem Abendessen machten wir es uns gemütlich und stimmten uns für die kommenden Tage ein.

Am Donnerstag Vormittag fuhren wir nach Juelsminde an den Strand. Zum Baden war es trotz blauen Himmels allerdings für die meisten etwas frisch, bis auf ein paar hart gesottene. Danach ging es zurück nach Horsens. Dort hatte sich die Innenstadt bereits mit Gruppen verschiedenster Nationalitäten gefüllt, die Tänze, Gesangs- und Musikeinlagen zum Besten gaben. Der Wettergott meinte es gut und so leuchteten die Farben der unterschiedlichsten Trachten um die Wette.

Der erste Höhepunkt war am Abend, die offizielle dreistündige Eröffnungsfeier der 44. Europeade in der Arena am Horsens Fjord, ein Treffen der europäischen Volkskulturen - ein Fest Europas der Herzen. Zur Einstimmung spielte das Blasorchester Schwalmstadt/Hessen die auzch das Programm zusammen mit der Harwich Royal British Legion Brass Band/Großbritannien und der Banda de Gaitas San Matiño de Quiroga/Spanien untermalten. Nach offiziellen Ansprachen und der festlichen Fahnenüberreichung wurde das Programm von 35 Gruppen unterschiedlichster Nationen gestaltet. Die Vielfalt der Darbietungen wurde durch die stimmungsvolle Färbung des Abendhimmels und dem Blick auf den Fjord noch angehoben. LaOla-Wellen und das immer wieder kehrende anstimmen des Europeade-Songs heizten die Stimmung zusätzlich an.
Zurück im Quartier um Mitternacht wurden die Ereignisse des Tages in allabendlicher Runde erörtert. Traten da nicht die Klänge einer fiedelnden Geige an unser Ohr? Den Klängen auf der Spur fanden wir unsere Quartiernachbarn, eine Gruppe junger Ungarn, die unter freiem Himmel Party machten. Spontan wurden wir in ihren Kreis aufgenommen und sie vermittelten uns die Grundschritte des „Csardas“. Wir waren mit vollem Eifer dabei und spürten wie das feurige Temperament der ungarischen Musik Besitz von unseren fränkischen Füßen nahm. Im Schweiß gebadet, aber glücklich, suchten wir den Weg zu unseren Schlafstätten.

Der Freitag war vor allem unserer Jugend gewidmet. Am Vormittag nahmen sie an einem internationalen Tanzworkshop in einer benachbarten Schule teil und am Nachmittag hatten sie ihren großen Auftritt im Neuen Theater in Horsens. Die Jugend der Volkstanzgruppe hat das zweistündige Programm eröffnet und die Gäste begeistert. Die Besucher waren von dem tänzerischen Können der Jugendgruppen fasziniert und spendeten viel Beifall.

Am Abend dann, unsere Jugendlichen lieferten sich, wie schon an den Vorabenden, ein Fußballmatch mit den Ungarn und Dänen, fuhren wir in die Stadt, um eine der allabendlich stattfindenden Veranstaltungen zu besuchen. Auf dem Rathausplatz, nach dem offiziellen Musik- und Chorabend, war ein Open Air Konzert mit der kubanischen Band „Climax“ geboten. Die Band bestand aus 16 Salsamusikern und Sängern. Die coole Mischung aus Salsa, Timba, Funk, Jazz und afrikanischer Musik sowie der hohe Grad an Energie, der in den Musikern steckte, war eine Garantie für eine heiße Partynacht. Später, zurück in der Unterkunft, kamen wir noch lange nicht zur Ruhe. Während noch an der Ausarbeitung der Aufstellung der Tänze für die Auftritte des nächsten Tages gefeilt wurde, kamen die meisten von uns nicht an der Cafeteria vorbei. Dort heizten die jungen Musiker aus Geismar, Belgien und Litauen kräftig ein und wir übten uns in Polka, Galopp und Zillertaler Hochzeitsmarsch. Dazwischen mal einen Disco Fox und dann noch einen Walzer, Dreher sowie französische Figurentänze.

Die Zeit drängte dann am Samstag. Zwei halbstündige Auftritte in der Fußgängerzone, Festzug und Europeadeball am Abend waren angesagt. Das heißt, frühstücken und rein in die Tracht bis spät in die Nacht. Während ein Paar am offiziellen Empfang des Europeade-Komitees und der Stadt Horsens teilnahm, zeigten die Erwachsenen und Jugendlichen abwechselnd und gemeinsam ihr Können in der Stadt mit Bravour. Angefeuert von den Passanten und vorbeikommenden Tanzgruppen.

Der Festzug mit 176 Gruppen aus 24 Ländern zog sich 3 Stunden durch die Stadt. Die Sonne brannte vom Himmel, man meinte, selbst sie wollte dazu beitragen, dass Anliegen der Europeade, nämlich die konkrete Verwirklichung eines vereinten Europas der Völker zu verwirklichen. Einer Union, die einen gemeinschaftlichen Raum bildet und von ihren Bürgern und Kulturen getragen wird. Die Volkstanzgruppe Gemünden lief im ersten Drittel umrahmt von einer tschechischen Tanzgruppe und einer spanischen Kapelle. So fiel es uns leicht, flotten Schrittes dabei zu sein, vorbei an winkenden und klatschenden Zuschauern, der Tribüne mit den Honoratioren um uns dann am Ende des Umzuges selbst in die Zuschauermenge einzureihen und das Vorbeiziehen der farbenfrohen, musizierenden und singenden Gruppen zu erleben.

Abends auf dem Rathausplatz war Tanzkurs angesagt. Also Tanzschuhe und Tracht nicht ausziehen – es geht weiter. Tanzpartner suchen und los geht’s. Unter der Anleitung eines Tanzlehrer und seiner Assistenten verwandelten sich der Rathausplatz in einen riesigen Tanzsaal und alle Nationen vermischten sich miteinander. Alle mit einem Ziel: die erlernten Schritte so perfekt wie möglich miteinander zu tanzen. Zum Europeadeball spielten dann bis tief in die Nacht noch verschiedene Musikkapellen auf, und heizten kräftig ein, obwohl es nun schon etwas kühler wurde. Auffallend wie viele junge, moderne Menschen sich in ihrer Tracht ganz selbstbewusst zu den heißen Rhythmen bewegten. Vom Tanzvirus in Besitz genommen, konnten wir nicht anders als Hand in Hand, singend und lachend in Schlangenlinien dem wartenden Bus entgegen zu laufen.

Am Sonntagvormittag stand ein ökumenischer Gottesdienst auf dem Programm der auch wieder von verschiedenen Gruppen musikalisch mitgestaltet wurde.
Da sich das Wetter geändert hatte, wurde die Schlußveranstaltung von der Arena am Fjord in das Forum von Horsens verlegt, welches 4 500 Zuschauer faßt. Dort traf man sich vorab mit dem Heimat- und Trachtenverein „Alt-Bayreuth“ um den späteren gemeinsam Auftritt ein fränkisches Potpourri zu proben. Was natürlich schon einige Zuschauer anzog und die Frage aufkommen lies „Gemünden – ja, wo ist denn das?“. Unser Auftritt rückte immer näher. Hoffentlich klappt alles. Die Veranstaltung wurde im dänischen Fernsehen übertragen und so nach und nach spürten wir etwas Aufregung. Wir nahmen Aufstellung und wurden durch unzählige Regieanweisungen von Position zu Position geleitet. Dann war es soweit, eine spanische Kapelle machte schon einmal Stimmung und dann strahlten uns die Scheinwerfer an. Unsere Musiker spielten auf und unsere Füße setzten sich in Bewegung. Ein überwältigendes und beschwingtes Gefühl machte sich in uns auf – wir waren begeistert und es klappte perfekt. Die beiden Gruppen aus der Region Franken bekamen sogar Zwischenapplaus. Zufrieden und stolz beobachten wir danach das laufende Programm.

Dann hieß es Abschied nehmen. Zur verabredeten Zeit, wurden wir abgeholt und fuhren dieses Mal um einen Fahrgast reicher gegen Süden. Unsere Jugend hatte für ihren Einzelauftritt zur Erinnerung einen Plüschbären überreicht bekommen. Der neue Fahrgast hatte noch keinen Namen, so wurde eine Umfrage gestartet und die Jugend hat sich für den Namen „Ole“ entschieden, welcher bei der nächsten Probe getauft werden soll.

Übernächtigt, aber gut gelaunt und um viele bunte Eindrücke reicher kamen wir am Montagmorgen wieder in Gemünden an. Schön war’s.

Horsens

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ab 18.30 Uhr Kinder- und Jugendgruppe
ab 20.00 Uhr Erwachsenengruppe

Fr 02.02.24
KEIN Kinder- und Erwachsenen-Training

Fr 16.02.2024 Faschingspause
=> KEIN Kinder- und Erwachsenen-Training

23.03. – 06.04.2024 Osterferien
=> KEIN Kinder- und Erwachsenen-Training

So 28.04.24
evtl. Gemünden, Innenstadt
nachmittags - Auftritte beim Maimarkt

Di 30.04.24
Gemünden, Marktplatz
20 Uhr Maibaum aufstellen

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